Ron Kuivila - The Idea of David Tudors Rainforest / Rhizom
  Year :   2001
  Location :   Germany
  Worktype :   Installation
  Materials:   -
  Info :   Parochial, Singuhr - Horgalerie in Parochial, Berlin





 
Immersion
  Work Details  
  Zwischen 1966 und 1972 komponierte David Tudor eine Reihe von Stücken mit dem Titel Rainforest, die die Versionsnummern I-IV tragen. Die Grundidee dieser Stücke ist die Entwicklung eines Orchesters aus tönenden Objekten mit einer je eigenen Stimme. Als Objekte können sowohl einfache Fundstücke als auch aus bestimmten akustischen Erwägungen heraus erstellte Dinge verwendet werden. Die bekannteste und auch am häufigsten aufgeführte Version dieser Serie ist Rainforest IV, das während eines Sommer-Workshops mit dem Titel New Music in New Hampshire entstand. In dieser Version geht es um die Entwicklung eines Environments aus Rainforest-Objekten. David Tudor schreibt: Rainforest IV hängt von den Erforschung durch den Hörer ab, das Publikum ist eingeladen, sich zwischen den Skulpturen frei zu bewegen. Die Objekte formen ein walk-through environment, das die Unterschiede zwischen Workshop, Installation und Konzert verwischt. Die Partitur besteht aus nichts mehr als einem Schaltkreis und der Anweisung, daß bereits zuvor komponierte Musik nicht verwendet werden sollte. Danach ließe sich zwar jede Art von Musik in Rainforest IV verwenden, doch nicht jede Musik funktioniert. Die Klänge werden für bestimmte Objekte entwickelt, d.h. sie müssen sich den akustischen Eigenschaften der jeweiligen Objekte anpassen. Auf diese Weise entwickelte Tudor eine offene und flexible, gleichzeitig aber höchst disziplinierende Einführung in die Komposition von live-elektronischer Musik. "T Idea of David Tudor's nforest" ist der Versuch Rainforest als Stück wieder ins Bewußtsein zu bringen und das Potential seines Zugangs zu elektronischer Musik und Computermusik vorzustellen. Das Projekt besteht aus zwei Workshops und einer Installation. Der erste Workshop wird nach den Angaben Tudors eine kleinere Realisation von Rainforest entwickeln. Die Teilnehmer des zweiten Workshops, der eine Software zur Klangsynthese vorstellt (James McCartneys "SuperCollider"), werden mit den Objekten dieser Realisation arbeiten und neue Musiken für Rainforest schreiben. Die Ergebnisse beider Workshops werden während der "International Computer Music Conference Berlin 2000" als Installation präsentiert. In seinen Notizen erwähnt Tudor eine mögliche Variante von Rainforest, bei der sich ein bestimmtes Klangmaterial durch Rainforest "bewegt" und dabei größere oder kleinere Gruppen von Objekten aktiviert. Im Rhizome Café wird die Installation daher jedermann zugänglich sein, der sich mit ihr vertraut machen und ihre Möglichkeiten untersuchen möchte.